Tech Demo von Lumiar Neo ausprobiert

Luminar Neo

Lumiar NEO mit neuen Tools

Die erste Tech Demo der neuen Luminar Version liegt mir seit einigen Tagen vor. Es ist ausdrücklich keine Beta Version der Software, sondern nur eine technische Demo von drei neuen Werkzeugen, die im Reiter “Bearbeiten” zu finden sind.

Die neuen Werkzeuge:

  • Remove Powerlines: verspricht Stromleitungen mit einem einzigen Klick aus einem Bild zu entfernen.
  • Remove Dust: entfernt Sensorflecken aus dem Bild
  • Relight AI: hier wird eine Szene getrennt nach Vorder/Hintergund neu belichtet werden. Aktuell soll diese besonders für Personen im Bild optimiert sein.

Geänderte Oberfläche

Was beim Öffnen und dem ersten Import auffällt ist, dass nun die Vorschaubilder zum einen deutlich größer sind und zum anderen die Fotos mit einem Abstand in dem bekannten Raster dargestellt werden. Beides finde ich besser als in der Vorgängerversion. Ob dies jedoch so bleiben wird, ist unklar, da Skylum darauf hinweist, dass sich das allgemeine Erscheinungsbild noch ändern kann.

Lumiar Neo
Lumiar Neo

Nicht so gelungen finde ich, dass der Hintergrund nicht mehr einfarbig grau ist, sondern stattdessen das aktuelle Bild im Hintergrund stark abgesoftet dargestellt wird. Besonders bei der Bearbeitung ist das eher hinderlich. Hier wünsche ich mir, dass dieses “feature” in der finalen Version nicht mehr zu finden ist.

Ich habe die neuen Funktionen an eigenen Aufnahme getestet und verwende nicht die mitgelieferten Fotos von Skylum, die möglicherweise ein perfektes Ergebnis liefern würden.

Remove Powerlines

Ich habe lange in meinem Bilderarchiv gesucht, um ein Foto mit Stromkabeln zu finden, bin aber nicht fündig geworden. Lediglich bei einem Foto sind im Hintergrund noch die Umrisse von Stromkabel erkennbar. Die passenden Hochspannungsmasten sieht man deutlicher. Wenn ich hier das Tool anwenden, passiert im Bild nichts. Das hatte ich fast befürchtet, da die Umrisse der Kabel doch sehr vage sind.

Also habe ich das Tool auf ein anderes Foto losgelassen. Diesmal waren es keine Stromleitungen, sondern die Seile einer Seilbahn. Die Seile heben sich jedoch deutlich vom Hintergrund ab und die Kanten sind auch recht scharf. Auch diesmal sieht man im Bild nach Anwenden des Tools keinerlei Veränderung. Hier wäre aus wieder Handarbeit mit dem Radieren-Werkzeug angesagt, das auch zuverlässig funktioniert. Als drittes Foto diente eine alte Aufnahme von Madeira. Auch dort sieht man deutlich die Seile einer Seilbahn im Bild. Bei diesem Foto funktionierte die Entfernung tadellos. Möglicherweise liegt es an der Dicke der Leitungen im Bild.

Powelines Removed Powelines Removed
Remove Powerlines Remove Powerlines

Remove Dust

Jeder Fotograf kennt sicher die lästigen Verunreinigungen entweder auf der Linse oder dem Sensor, die sich im Bild als unscharfe dunkle Schatten bemerkbar machen. Besonders im Himmel und in Wolken sind die Flecken dann sichtbar und besonders störend. Da hilf nur jeden Flecken einzeln mit dem Stempelwerkzeug der jeweiligen Bildbearbeitung zu entfernen. Mit dem AI Toll Remove Dustspots ist dies nun mit einem Klick möglich.

Da ich die Sensoren meiner Kameras immer selbst reinige, sobald ich einen Flecken bemerke, der definitiv durch Staub auf dem Sensor verursacht wird, habe ich lediglich zwei Fotos herangezogen, mit ein paar kleinen, aber gut sichtbaren Verunreinigungen im Himmel. Nach einem Klick auf “Remove Dustspots” sind diese restlos und ohne sichtbare Spuren verschwunden. Das Tool macht also hier genau das, was es soll.

Dust removal Dust removal
Dust removal Dust removal

Relight AI

Die Software erstellt eine Art 3D Karte des zu analysierenden Bildes. So soll es möglich sein, das Licht nachträglich getrennt für den Vorder/Hintergrund neu einzustellen. Wozu soll das gut sein? Grundsätzlich besteht bei einem Foto das Problem, dass der Fotograf eine 3D Szene in ein 2D Foto transportieren muss. Außer der Bildgestaltung, die einen wesentlichen Einfluss darauf hat, wie gut dies gelingt, spielt hier auch die Bildbearbeitung eine Rolle. Das menschliche Auge empfindet helle Bereiche im Bild als weiter entfernt, dunkle Bereiche hingegen wirken näher. Man kann also hier Tiefe ins Bild bringen, in dem man die Bereiche im Vordergrund ein wenig abdunkelt und den Hintergrund eher aufhellt. Genau dort setzt Relight AI ein.

In der vorliegenden Version liegt der Fokus eher auf Portraits. Wendet man das Werkzeug an, so ist deutlich zu erkennen, dass die Person aufgehellt wird, der Hintergrund aber abgedunkelt wird, wenn man den Regler “Brightness Far” nach links bewegt. Die Maskierung im Hintergrund funktioniert hier wirklich sehr gut. Sollte es durch die verstärkten Helligkeitsunterschiede zu Halos kommen, so kann man diesen durch die erweiterten Einstellungen mit dem Regler “Halo entfernen” entgegenwirken.

Auch für Landschaftsfotos dürfte das Tool in der endgültigen Version sehr interessant sein. Auf der Syklum website sind bereits Landschaftsfotos zu sehen, die mir dem Tool bearbeitet wurden.

Relight AI Relight AI

Fazit

Unter der Berücksichtigung, dass es sich lediglich um einen Entwicklungsstand handelt, sind die Ergebnisse durchaus schon recht gut. Am spannendsten finde ich das Tool Relight AI, mit dem man schon jetzt die Wirkung eines Bildes entscheidend beeinflussen kann. Das Entfernen von Stromleitungen ist für mich nicht interessant, da ich selten Fotos mache, wo Stromleitungen zu sehen sind. Hier hätte ich mir ein wenig mehr Spielraum bei der Erkennung gewünscht.

Da noch einige andere Tools in Arbeit sind, (Was ist neu an Luminar NEO) bin ich gespannt, was die nächsten Demos zeigen und hoffe auf eine erste Beta Version, die dann alle Werkzeuge beinhaltet.

Black Friday

Wie eigentlich jeder Shop oder jedes Unternehmen gibt es natürlich bei Skylum auch die bekannten Angebote um den “black Friday”.

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