F-Stop Bauchladen

Kleinere Kamera, kleinerer Rucksack

Mein Bericht zum F-Stop Guru (UL)

Nachdem ich nun dank des Wechsel auf das mFT System (Olympus E-M1 II) ein eher überschaubares Equipment zu meinen Fototouren mitnehme, habe ich mir auch einen neuen, kleineren Kamerarucksack gegönnt.
Den F-Stop Guru – im Folgenden beschreibe ich, warum es gerade dieser Rucksack geworden ist.

Mein bisheriger Kamerarucksack

Zuvor war ich einige Jahre mit dem Lowepro Pro Trecker 300 AW unterwegs. Ein sehr stabiler und robuster Rucksack, an dem ich nie etwas vermisst habe.
Dort passte – mit Ausnahmen der großen Festbrennweiten sehr viel Equipment rein. Genügend Stauraum war auch vorhanden. Das Tragesystem war sehr wuchtig und dick gepolstert. Das geht zu Lasten des Gewichts. Der Rucksack wiegt leer bereits 3,1 kg.

Was habe ich im Kamerarucksack?

Da ich meine Fototouren in der Umgebung zu Hause und auch auf Reisen besser plane, nehme ich dann auch nur das Equipment mit, was ich aus der Erfahrung heraus für die Motive auch benötige. Möchte ich zum Sonnenaufgang an einen Ort fahren, nehme ich keine 300er Festbrennweite mit, nur weil es ja sein könnte, dass ich zufällig auch auf Wild treffe. Wenn dem dann so ist, ok…dann fahre ich das nächste Mal hin nur mit dem 300er.

In der Regel habe ich maximal neben dem Body drei Linsen dabei, eher zwei oder auch nur eine.
Dazu kommen dann:

  • evtl. Filterhalter für diverse Filter (100mm*150mm Steckfilter, Polfilter)
  • Ersatzakku
  • Speicherkarten
  • Kabelauslöser
  • Taschenlampe
  • Microfasertücher
  • Taschenmesser
  • kleiner Blasebalg
  • Ersatzschrauben für z.B. Sativ, Stativplatte
  • Stativplatte
  • Inbusschlüssel für Stativ
  • Das Zubehör bleibt meist im Rucksack, da es gewichtsmäßig nicht viel ausmacht.

Der „Neue“

Die Firma F-Stop kannte ich schon seid vielen Jahren. Das Konzept der modularen Innenaufteilung wird mittlerweile auch von anderen Herstellern wie Lowepro, Mindshift-Gear, etc. genutzt. Ohne die entsprechenden Inneeinteilungen in Form verschiedener Einsätze (der ICUs) ist jeder F-Stop Rucksack erst mal ein gewöhnlicher Rucksack. Erst durch den Einsatz der ICus wird er zum sehr flexiblen Kamerarucksack. Das Prinzip hat mich schon mal überzeugt, wenn auch die ICUs keine Schnäppchen sind.
So kann ich z.B. bei einer Reise in die Berge den „normalen“ Rucksack zu Hause lassen. Zum Transport der Ausrüstung nutze ich zwei ICUs, vor Ort dann nur eines. Da bleibt dann genügend Platz für Regenjacke, Mütze, Fleecejacke und Verpflegung. Und wenn ich mal eine Tour ohne Kamera, dafür aber mit mehr Gepäck machen will, nehme ich die ICUs komplett heraus. Das Stauvolumen reicht dann locker für eine Tagestour.

Auch die Verarbeitungsqualität und die vorhanden Features zeigen, das F-Stop zu den Vorreitern in der Entwicklung von Kamerarucksäcken zählt.

Die Kamerausrüstung ist nun deutlich kleiner und leichter geworden. Ich mache auch darzeit keine mehrtägigen Wandertouren oder Bergwanderungen, kann ich mich also auch in Sachen Zusatzgepäck beschränken. Daher fallen die größeren F-Stop Rucksäcke wie der „Tilopa“ oder „Anja“ weg. Die leichtere „Ultralight Serie“ von F-Stop ist eher auf Tagestouren ohne viel Gepäck und leicht zu transportierendes Equipment ausgerichtet, wie z.B. ein MFT Ausrüstung 😉

Guru oder Guru UL?

Mein „normaler“ Rucksack für Wandertouren hat 28l Volumen. Mit einem ähnlichen Volumen (25l) wartet der F-Stop Guru UL auf. Die Abmessungen sind absolut handgepäcktauglich (ja, habe ich getestet). Dazu empfehlen sich dann die ICUs „Shallow-Small“ und „Pro-Small“ sowie die Regenhülle.

Ein wenig Verwirrung entstand nun aufgrund der verschiedenen Versionen des Guru, die bei diversen Händlern im Umlauf waren. Dazu kam noch die Lieferzeiten, die bei F-Stop in Europa leider oft extrem lang sind.
Es kursierten eine Guru und ein Guru UL (der scheint der neuste zu sein, da dieser auch auf der F-Stop Website zu bestellen ist).
Die Unterschiede liegen im Detail. Der aktuelle Guru UL gehört nun zur UL Serie. Dieser hat dann im Hüftgurt noch ein kleine Reißverschlußtasche. Das Material ist ein wenig dünner, die Polsterungen marginal dünner. Die seitlichen Netztaschen sind aus einem anderen Material. Auch in den Innenfächern gibt es marginale Unterschiede.

Der F-Stop Guru ohne UL ist mit 28l angegeben und mit einem Gewicht von 1,17 kg auch leicht genug. Immerhin ca. 2kg leichter als der Lowepro.
Als ich diesen dann auf der „Ausverkaufs-Seite“ im F-Stop Shop sah, habe ich für unter 90 EUR zugeschlagen. Der aktuelle F-Stop schlägt mit 169 EUR zu buche. Bei beiden kommen dann noch die ICUs und die Regenhülle dazu.

Was bringt der Guru mit?

  • Fassungsvermögen: 28l
  • 30cm * 27cm * 48cm (Breite * Tiefe * Höhe)
  • Boden aus sehr robustem gummiertem Material
  • sehr leicht gängige Reißverschlüsse
  • Halterung für Trinksysteme
  • genügend Kompressionsriemen
  • DWR-imprägniert, 330D Ripstop Nylon mit 1500mm Polyurethan Beschichtung
  • gepolsterte Schulter- und Hüftgurte
  • Laptopfach
  • MOLLE-System Anschlusspunkte
  • D-Ring Befestigungspunkt aus Metall für Zubehör am Brustgurt
  • integrierte Trillerpfeife im Brustgurt
  • rückseitiger Kamerazugang
  • großes Frontfach
  • gute Inneneinteilung mit ausreichend Fächern
  • sehr leicht
  • handgepäcktauglich
  • durch zahlreiches Zubehör erweiterbar

Wenn man nur das Tragesystem vergleicht, so gibt es sicher bessere Rucksäcke. Jedoch habe ich auch hier wieder nach dem gesucht, was ich am häufigsten benötige. Da das Gesamtgewicht nun deutlich kleiner ist als bei meinem alten Rucksack, reicht mir die Polsterung des Guru völlig aus.

Das Geniale am F-Stop Guru!

Ich wollte auch einen Rucksack, bei dem ich bei Bedarf an die Kamera komme, ohne diesen abzusetzen. Etwa wenn man mit der Wathose in einem Fluss steht und keine Ablagemöglichkeit für den Rucksack hat.
Hier kommt dann auch wieder das geringe Gewicht der Ausrüstung ins Spiel.
Wenn ich den Hüftgurt geschlossen lasse, die Schultergurte aber abnehme, kann ich den Rucksack nach vorn zum Bauch hindrehen. Durch den rückseitigen Zugriff komme ich so nach dem „Bauchladenprinzip“ jederzeit an meine Ausrüstung. Das funktioniert auch bei mehreren Bekleidungsschichten.

Fazit

Nach ca. sechs Monaten intensiver Nutzung – auch in eher rauerer Umgebung – bin ich sehr zufrieden mit dem Guru. Alle Reißverschlüsse sind so leichtgängig wie zu Beginn. Ich muss zugeben, dass ich aufgrund des deutlich dünneren Materials als z.B. beim Lowepro ProTrecker zunächst skeptisch war. Außer ein paar Abschürfungen sind jedoch keine Beschädigungen sichtbar. Was angesichts des recht hohen Preises jedoch negativ zu bemerken ist, ist die Tatsache, dass eine Regenhülle extra kostet.
Auch die Farbe sehe ich eher als Vorteil. Sowohl im Nebel, als auch bei Skitouren ist eine Signalfarbe nützlich.

2 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

Moin Helmut, ich bin auch beim F-Stop Guru UL gelandet, aus den absolut gleichen Gründen. Aktuell scheint es den Guru UL nur noch in schwarz zu geben. Im Netz findet man vereinzelt noch blaue Gurus – die Teile sind auch ihren Listenpreis absolut wert: robust, stabil, wandelbar und die ICUs kann man einzeln transportieren oder in verschiedene Rucksäcke einbauen. In die ICU medium slope bekommt man auch eine große DSLR mit Batteriepack und angesetztem 70-200/2.8 rein – für alle, die noch schwer schleppen wollen oder müssen. Der Rucksack lässt sich extrem flach zusammenlegen (ohne ICU), dann passt er mit in den Handgepäckkoffer. Ich vermute auch, dass man mit Rucksack und Rollkoffer zusammen in die meisten Flieger reinkommt (auch Holzklasse), auch wenn das Teil etwas grösser ist als die normale Laptoptasche.
Mich hat noch gefreut, dass der Rucksack mit Stausack geliefert wird. Ein schöne Haube für mein Tele auf dem Stativ. Bestellen würde ich bei Händlern, die den Rucksack oder die ICU in Deutschland vorrätig haben. F-Stop hat teils lange Lieferzeiten. Für den F-Stop geht eine Thinktank in Rente.

Antworten

    Moin,

    Danke für Deinen Kommentar.

    Ich nehme auf Flugreisen, den Giri als Handbepäck inkl. Surface Laptop im entsprechenden Fach. Bisher gab es nirgendwo Probleme. Ich habe auch nur bei F-Stop Gear direkt bestellt, da das Teil dort eben als Auslaufmodell rumlag.
    Nach nicht mal fünf Tagen war der Rucksack da. Stimmt, der Stausack war auch noch dabei…den habe ich wohl verdrängt, aber den mann ja gut zweckentfremden.

    Schöne Grüße,

    Helmut

    Antworten

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