Fotoworkshop-Kraniche

Kraniche in der Diepholzer Moorniederung

Kraniche, die Vögel des Glücks

Auch letztes Jahr habe ich wieder einige Tage im Gebiet der Diepholzer Moorniederung verbracht. Genauer gesagt in einer für die Kranichbeobachtung perfekt gelegenen Ferienwohnung, bei Brigitte Ihme (www.ferienwohnung-am-geestmoor.de). Von der Terrasse des Hofes sieht (und hört) man die Kraniche in Richtung ihrer Schlafplätze fliegen. Ausser den Rufen der ziehenden Vögel hört man sonst absolut nichts. Doch bevor man zur Fototour aufbricht, wollen zumeist auch noch die hofeigenen Vierbeiner in Gestalt von drei Hunden und drei Katzen begrüßt werden. Auch die Pferde freuen sich auf einen gelegentlichen Besuch am Zaun der Koppel.
Im gesamten Moorgebiet gibt es viele verschiedene Schlafplätze, die von den Tieren ab ca. 1h vor Sonnenuntergang in teilweise großen Schwärmen angeflogen werden. Auch die Zahl der Tiere an den einzelnen Schlafplätzen variiert.

Distanz wahren

Die Fluchtdistanz der Kranche ist recht groß, erst hebt ein Vogel den Kopf, dann mehrere und einen Moment später fliegen teilweise hunderte Vögel auf. Mit diesem Wissen habe ich es vermieden, tagsüber gezielt die auf den abgeernteten Maisfeldern nach Nahrung suchenden Vögel “anzufahren”. Jedes unnötige Auffliegen kostet Kraft, die die Tiere noch dringend benötigen. Ab ca. 400 m werden die Vögel bereits merklich unruhig. Ich habe mich mit dem Auto dann einfach “verkehrsgünstig” auf einem Feldweg platziert, gewartet und geschaut.
Diese Rücksicht erwarte ich auch von meinen Workshopteilnehmer auf unseren gemeinsamen Fahrten. Ein unvorsichtiges Aussteigen und “Heranpirschen” an die Tiere ist während der gemeinsamen Zeit einfach tabu.

Nähere Informationen und Verhaltensregeln für die Kranichbeobachtunge finden sich hier.

Wenn man auf formatfüllende Aufnahmen von rastenden Vögeln aus ist, so muss man sich in eine kleine Beobachtungshütte einmieten, die man vor Sonnenaufgang betreten muss und erst nach Sonnenuntergang verlassen darf. Einen Zufallstreffer kann man aber direkt an den Straßen oft aus dem Auto heraus im Vorbeifahren machen. Daran sind die Tiere offenbar gewohnt und sehen keine Gefahr in dem Fahrzeug.

Bei diesem Besuch wollte ich den Einflug der Vögel zu den Schlafplätzen in den verschiedenen  Gebieten miterleben. Die Tiere fliegen zu dieser Jahreszeit teilweise schon gegen 15.30 Uhr ein, die letzten Nachzügler dann kurz nach Sonnenuntergang. Man sollte dann jedoch noch ein wenig verweilen, denn dann bilden sich am Himmel weitere Formationen: Die Wildgänse kündigen lautstark ihr Kommen an. Letztes und dieses Jahr schien mir die Zahl der Wildgänse zumindest im Rhedener Geestmoor deutlich größer zu sein als die der Kraniche.
Am 01.11. waren es nach offiziellen Zählungen 41.000 Kraniche. Eine Woche zuvor noch fast 54.000 Tiere.  Genaue Zahlen zum aktuellen Jahr finden sich hier.

Die “Wischerfotos”

Da das Licht beim Einflug der Vögel teilweise kaum noch vorhanden ist, versucht man mit dem wenigen Licht auch mal eine andere Art von Flugaufnahmen. Diese Art kann man mögen, muss man aber nicht :-). Wenn man diese Technik jedoch nicht überstrapaziert, können durchaus reizvolle Fotos entstehen, die eine gänzlich andere Bildsprache haben als knackscharfe Fotos in bestem Fotolicht. Man kann mit der Belichtungszeit spielen und sehen, welcher Grad der Verwischung einem persönlich am besten gefällt. Regeln gibt es meines Erachtens dabei nicht. Hier zählt vor allem die persönliche Vorliebe. Man erreicht so auch Fotos, bei denen sich das eigentlich Motiv komplett verliert. Das ist dann wohl Kunst. 😉

Das Moor

Die Moorlandschaft rund um Diepholz kann an kalten Novembertagen bei Sonnenaufgang wirklich faszinierend sein. Man hört die Kraniche und die Gänse, die sich zu ihrem morgendlichen Abflug vorbereiten lautstark schnattern und trompeten. Wenn dann noch Nebel dazukommt, findet man eine Szenerie wie in einem Film vor. Man sollte jedoch tunlichst darauf achten, mit einer Stirnlampe oder starken Taschenlampe unterwegs zu sein und die Wege nicht zu verlassen…besonders, wenn man allein im Moor unterwegs ist.

4 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Avatar
    Helga Buchmüller
    29. Oktober 2018 15:44

    Hallo Helmut,
    vielen Dank für den tollen Workshop! Mit der kleinen Gruppe hat es viel Spaß gemacht und dazu habe ich auch so einiges von Dir gelernt.
    Kraniche sind wunderschöne Geschöpfe und dank Dir habe ich sehr schöne Fotos von ihnen gemacht.
    Bis zum nächsten Mal schönen Gruß
    Helga

    Antworten
    • Hallo Helga,

      vielen Dank für Dein feedback. Freut mich, das es Dir gefallen hat.
      Ein wenig Glück gehört bei so einem “Thema” immer dazu…aber das hatten wir ja zum “Glück” 😉

      Schöne Grüße,

      Helmut

      Antworten
  • Ich war mit Hr. Kruse bereits mehrmals im Dümmergebiet unterwegs. Er kennt die wirklich guten Beobachtungsposten. Ich kann die Tour nur empfehlen!

    Dieses Jahr füllen sich bestände am Dümmer nur langsam auf. Aber wie jedes Jahr wird Anfang November der größte Bestand dort sein. http://www.bund-dhm.de/01_htm/204_aktuell.htm

    Es hat immer sehr viel Spaß gemacht, diese beeindruckende Vögel zu beobachten und fotografieren!
    Vielen Dank Herr Kruse!

    Antworten
    • Hallo Herr Jacob,

      mir hat es auch immer Spaß gemacht ? Gestern zog auch hier ein kleiner Schwarm Kraniche mit dem typischen Geräuschen über uns. Ich freue mich schon auf den November!

      Schöne Grüße,
      Helmut Kruse

      Antworten

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