Fotoworkshop Helgoland

Bei den Basstölpeln auf Helgoland

Stürmische Zeiten auf Helgoland

Nachdem ich bereits in Neuseeland eine der größten Basstölpel Kolonien besucht hatte, wollte ich diese eindrucksvollen Vögel gern noch einmal beobachten und natürlich auch fotografieren.
Da die Südhalbkugel als Reiseziel diesmal ausschied, hatte ich die Hochseeinsel Helgoland für Mai 2014 ins Visier genommen. Da die zahlreich zu sichtenden Singvögel im Mai dort nicht anzutreffen sind, konnte ich mich ganz auf die Basstölpel und Robben konzentrieren. Die Tickets für die Überfahrt und eine Unterkunft waren schnell gebucht.

Schon die Überfahrt kann durchaus ein Erlebnis werden, egal ob man mit dem Katamaran (Dauer von Cuxhaven ca. 70 min) oder einem gewöhnlichen Schiff übersetzt. Der Begriff “Hochseeinsel” hat durchaus seine Berechtigung. Wer also mit Seekrankheit zu kämpfen hat, sollte gut gerüstet auf die Überfahrt gehen. 🙂

Man setzt mit den sogenannten Börtebooten auf die Insel über. Die Passagierschiffe machen vor der Insel fest, dann steigt man auf die aus Holz gefertigten Börteboote um und setzt zum Anleger auf der Insel über.

Sonne Mangelware

Leider versprach der Wetterberich für meinen dreitägigen Aufenthalt ein Orkantief, dessen Ausläufer bereits bei der Ankunft zu spüren waren. So ging ich am Nachmittag zunächst ohne Kamera zum Vogelfelsen, der dem berühtem Wahrzeichen der “Langen Anna” vorgelagert ist. Es war jedoch extem windig und ich konnte mich auf dem Weg an der Steilküste entlang kaum auf den Beinen halten, an Fotografieren war erst gar nicht zu denken!

Erst am kommenden Nachmittag kam für ca. 1,5h die Sonne ein wenig hervor…also, Rucksack gepackt und auf zum Vogelfelsen.

Da die Vögel dort in großer Zahl nisten und in sehr geringer Entfernung um einen herum fliegen, bedarf es eigentlich nur eines 70-200er Zooms um formatfüllenden Aufnahmen zu erhalten. Immer wieder faszinierend, wie die Vögel im starken Wind in der Luft stehen und mit ihrem gesammelten Nistmaterial den Partner im felsigen Gelände ausmachen. Ist der Partner dann gefunden, folgt ein Begrüßungsritual: Die Schnäbel werden aneinder gerieben und es wird heftig kommuniziert. Durch die sehr gringe Distanz sind auch gezielte Portraits der Vögel möglich. Man sollte jedoch immer darauf achten, dass sich die Tier nicht gestört fühlen und auch nicht die vorgesehene Wege verlassen!

Man erkennt die jungen Basstölpel sehr gut an dem nicht ganz weiß durchgefärbten Gefieder. Die Fügelenden bleiben auch bei den erwachsenen Vögel schwarz.
Neben den Basstölpeln brüten am Felsen noch zahlreiche andere Vögel, darunter auch die Trottellummen. Diese sind jedoch nur sehr schwer abzulichten, da sie zum einen deutlich kleiner sind als die Tölpel und zum anderen auch meist tief unter der Abbruchkante der Steilküste nisten.

Licht muss her

Da mein “Zeitfenster” mit einsetzendem Regen und abermaligen Orkanböen dann leider zu Ende ging, war erst mal Aufwärmen im Hotel angesagt. Wie so oft in der Naturfotografie spielte auch diesmal das Wetter nicht mit. Nicht das bei Regen kein Fotografieren möglich ist, jedoch möchte man an solchen Orten gern das warme Licht der ersten Sonnestrahlen oder die Stimmungen nach Sonnenunergang einfangen. Erst dann entsehen Fotos mit einer besonderen Ausstrahlung. Ich stelle mir trotz des Wetterberichts den Wecker auf 4.30 Uhr, um auch ganz sicher zu gehen, ob sich nicht vielleicht doch die Sonne zeigen würde. Aber leider hat diesmal die Vorhersage recht behalten. 🙁

Die Düne auf Helgoland

Helgoland hat jedoch auf der vorgelagerten Düne noch weitere interessante Bewohner zu bieten. Die Kegelrobben, die ihre Jungen im Winter zur Welt bringen, sind auf der Düne am Sandstrand anzutreffen. Da die Fähre jedoch aus “naturfotografischer Sicht” erst recht spät übersetzte, war es auch diesmal mit dem gewünschten Morgenlicht nicht weit her. So machte ich einige “Belegfotos” und habe die Zeit damit verbracht, die Tiere einfach nur zu beobachten.

Auch am Morgen des dritten Tages war keine Wetterbesserung in Sicht. So habe ich das Früstück ein wenig länger und ausgiebiger gestaltet. Immerhin war die Fährverbindung wieder aufgenommen worden, die am Tag zuvor aufgrund zu starken Windes (ab Windstärke 8 fährt der Katamaran nicht mehr), so dass ich mit zahlreichen Eindrücken und dem Entschluß, die Insel noch einmal zu besuchen, die Heimreise antrat.

 

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