Luminar AI ist da

Luminar AI

Luminar AI: Die Revolution der Bildbearbeitung?

Mit Lumiar AI setzt die Softwareschmiede Sylum den Einsatz der „künstlichen Intelligenz“ auf dem Gebiet der Bildbearbeitung fort. Welche Funktionen dies genau sind und was sie können, darum geht es in diesem Bericht. Ich möchte hier jedoch nicht über den Sinn und Unsinn solcher Funktionen philosophieren und auch nicht darüber, ob die AI die Weltherrschaft übernehmen wird.

Skylum will nach eigenen Aussagen die Bildbearbeitung revolutionieren. Dazu werden in Lumiar AI die Funktionen mit künstlicher Bildanalyse weiter aufgebohrt. So soll es Anwendern leichter gemacht werden, ein Bild nach Ihren Wünschen zu bearbeiten. Jedoch nicht im Sinne einer klassischen Bildbearbeitung, sondern intuitiver. Möchte man z.B. in einer herkömmlichen Bildbearbeitung das Grün in einem Landschaftsfoto ändern, muss man wissen wie genau das geht. In Luminar AI gibt es dazu einen Regler „Grünverbesserung“, der einem genau diesen Zwischenschritt abnimmt.

Jedoch kann man natürlich mit Luminar AI wie auch mit Luminar 4 ein Bild auch komplett ohne die künstlichen Hilfswerkzeuge mit Gradationskurve, LUT’s und anderen gängigen Reglern bearbeiten. Damit möchte ich es an dieser Stelle genug sein lassen die Werbeaussagen von Skylum zu interpretieren, da es im Netz dutzende Seiten gibt, die über das Für und Wider der AI streiten.

Derzeit liegt mir die Software in einer Beta Version vor. Das bedeutet, dass es an einigen Stellen noch Verbesserungen geben wird und verschiedene Filter noch nicht ganz rund laufen. Der Sinn einer solchen Beta ist es, letztlich möglichst viel Feedback zu bekommen, um die finale Version der Software fehlerfrei ausliefern zu können.

Um jedoch einen Eindruck zu bekommen, wo die Reise in Sachen AI hingehen soll, ist die Beta Version völlig ausreichend.

Das sind die neuen Tools in Lumiar AI

  • Templates: Aufgrund einer softwareseitigen Bildanalyse werden konkrete Entwicklungsempfehlungen für das Foto gegeben
  • Composition AI: Automatischer Zuschnitt des Bildes anhand des Bildinhalts
  • Atmosphäre AI: Fügt z.B Nebel einer Szene hinzu
  • Body AI, Iris AI: Zusätzliche intelligente Bearbeitung im Bereich Protraits
  • Bokeh AI: Simuliert einen weichen Schärfeverlauf

Zudem wurden die aus der Version 4 bekannten Werkzeuge wie Sky Replacement verbessert bzw. ergänzt.

Die neuen Werkzeuge im Einzelnen
Templates AI

Öffnet man Luminar AI fällt die ein wenig geänderte Darstellung des Startbildschirms auf. Ganz oben steht an zweiter Stelle der Menüpunkt „Templates“. Wählt man diesen aus, so analysiert die Software den Bildinhalt und macht sehr zügig Vorschläge, wie das Bild zu entwickeln ist. So erkennt Luminar AI, ob es sich um ein Portrait handelt oder ein Landschaftsfoto. Diese Templates oder Vorlagen lassen sich dann mit einem Klick auf das Bild anwenden.

Luminar AI

Luminar AI Startbildschirm

 

Die Vorlagen sind dabei thematisch sortiert, werden aber in der finalen Version anders aussehen. Auch das Layout und die Spaltenbreiten werden noch angepasst. Im Prinzip findet man so etwas auch bei Lightroom, dort spricht man dann von Vorgaben. Der Unterschied ist, dass LR dem Nutzer keine Vorschläge macht.

Unter der Überschrift „Für dieses Foto“ bekommt man verschiedene Vorlagen angezeigt, die die AI zum Bild passend vorschlägt. Wählt man hier einen Vorschlag aus, so bekommt man mehrere Entwicklungsmöglichkeiten  präsentiert. Hier im Beispiel habe ich die Vorlage „Easy Landscapes“ gewählt und erhalte nun verschiedene Entwicklungsmöglichkeiten (z.B.Noirscape, Sunset, etc.).

Laminar AI „Für dieses Foto“

 

Alle Veränderungen, die das gewählte Template am Bild macht, hebt Lumiar AI mit einem kleinen Punkt vor dem entsprechenden Regler hervor.
Man weiß also, an welchen Schrauben gedreht wurde und kann natürlich selbst eingreifen. Es ist auch möglich noch andere Regler mit einzubeziehen und dies dann als eigene Vorlage abzuspeichern.

Wie stark sich die Einstellungen auswirken, kann man mit einem Regler selbst bestimmen. So kann man schnell mit einem Regler alle Änderungen etwas dezenter anwenden. Generell sind mir die Entwicklungseinstellungen deutlich zu drastisch.

Die weiter unten aufgeführten Vorlagen (z.B. Essentials) sind da deutlich zurückhaltender. Wie genau die endgültige Version aussehen wird bleibt abzuwarten.

Zitat aus den deutschen FAQs:

„Die Vorlagen verfügen über inhalts-sensitive AI-Technologie. Die Vorlage passt ihre Bearbeitungen auf Grundlage des einzigartigen Bildinhalts an, wobei der visuelle Stil beibehalten wird. LuminarAI überprüft dein Bild und empfiehlt unterschiedliche Vorlagen, die gut zu deinem Bild passen. Sie passen sich automatisch an deine Bilder an.“

Interessant wird es also, ob die AI bei der Anwendung einer Entwicklungseinstellung wie „Sunset“ auch bei verschiedenen Fotos immer exakt die gleichen Reglereinstellungen im Bearbeitungsmenü anwendet. Das wäre dann eine konsequente AI. Denn entscheiden, ob es sich um ein Portrait oder ein Landschaftsbild handelt, dazu braucht es keine AI. Konsequent fände ich es auch, wenn genau eine Vorlage angewendet würde und man die anderen dann in einem weiteren Schritt ausprobieren kann. Denn so ist es eben keine „Ein Klick Verbesserung“, sondern man wird mit einer Vielzahl von Vorlagen konfrontiert, was es dem Einsteiger nicht unbedingt leichter macht. Das war auch mein Feedback an den Skylum Support zu dieser Funktion.

Luminar AI markiert die geänderten Einstellungen

 

Composition AI

Die Funktion mit dem deutschen Namen „Bildaufbau“ ermöglicht einem das automatische Ausrichten eines Bildes mit bekannten Funktionen wie Geraderichten oder Skalieren. Viel interessanter ist, dass nach einer internen Inhaltsanalyse auch ein geeigneter Beschnitt mit dem passenden Format vorgeschlagen wird.
Unterschiedliche Bilder führen dabei tatsächlich zu verschiedenen Vorschlägen, die man übernehmen kann, aber nicht muss. Das funktioneirt auch bei Portraits recht gut.

Insgesamt ein Feature für Anwender, die sich nicht sicher sind, ob das Originalformat oder doch besser ein Beschnitt die Aussage des Fotos besser unterstützt.

Luminar AI schhlägt einen Beschnitt vor

Luminar AI schhlägt einen Beschnitt vor

 

Atmosphäre AI

In der deutschen Übersetzung finden man den Begriff „Stimmung AI“ im Panel der andere Kreativfilter. Es gibt verschiedene Arten von Nebel oder Dunst, die sich durch bestimmte Parameter weiter verändern lassen. So läßt sich einstellen, wie tief der Nebel ins Bild laufen soll oder wie intensiv man sich die Veränderung wünscht. Hier ist meines Erachtens aktuell weitere Handarbeit nötig, sonst wirkt es unrealistisch. Aber auch hier gilt: Es handelt sich um eine Beta Version.

Laut Skylum ist dieser Filter technisch äußerst aufwendig und wird in der endgültigen Version durch weitere Funktionen aufgebohrt.

Lumiar AI Stimmung

 

Die anderen Filter im Bereich „Kreativ“ sind weitestgehend aus Luminar 4 bekannt. Das Userinterface wurde insgesamt z.B. durch Symbole vor den Menüpunkten im Vergleich zu Lumianr 4 etwas aufgehübscht und wirkt frischer.

Body AI, Iris AI und Bokeh AI

Im Bereich der Portraitbearbeitung sind gleich drei AI Funktionen hinzugekommen: Gesicht AI, Haut AI und Körper AI.
Prinzipiell gab es die Funktionen auch schon vorher, jedoch ohne das Kürzel „AI“. Man darf also davon ausgehen, dass nun im Hintergrund bei diesen Reglern eine künstliche Intelligent werkelt.

Öffnet man z.B. Gesicht AI, so erscheinen drei weitere Menüpunkte, die unterschiedliche Bereiche des Gesichts bearbeiten. Hier gibt es dann die von Sylum Iris AI genannte Funktion, die Augenfarbe aus einer vorgegebenen Palette zu ändern. Dies funktioniert jedoch sehr gut, abgesehen davon, ob man es braucht oder nicht.

Lumiar AI Iris AI

 

Bereits aus Lumianr 4 bekannt ist die Funktion „Gesicht aufhellen“, die nach wie vor sehr gut funktioniert. Das ist auch genau der Ansatz von Luminar. Der Nutzer möchte ein Gesicht heller machen, was ohne Maskierungswerkzeuge und lokale Bildbearbeitung nicht geht. Mit einem Regler „Gesicht aufhellen“ passiert genau das, was der Anwender auch erwartet.

Neu hinzugekommen ist auch der Regler „Iris Flare“ mit dem sich Lichtreflexe im Auge erzeugen lassen.

Der Filter Body AI analysiert den Körper und lässt dem Anwender die Möglichkeit Veränderungen am Körperbau vorzunehmen. Sicher kann man hier sagen, das es ja nur ein „Verzerrenfilter“ ist. Jedoch funktioniert auch dieser Regler sehr gut, da auch nur die Partien des Körpers angepasst werden, die man anpassen möchte. Die AI arbeitet also hier zuverlässig.

Der Filter Bokeh AI ist in der aktuellen Beta noch nicht verfügbar. Wie der Name schon erahnen lässt, kann man damit einen weichen Schärfeverlauf simulieren.
Das dürfte vor allem im Bereich der Portraitbearbeitung anwendung finden. Es bleibt zu hoffen, das dieser besser funktioniert als bei den meisten Smartphones.

Was es in Luminar AI nicht mehr gibt

Skylum betont, dass das Luminar AI keine neue Version von Luminar 4 sei, sondern eine eigenständige Software. Vor diesem Hintergrund sucht man die aus Lumiar 4 bekannten Ebenen, sowie den Verlaufsfilter in Luminar AI vergeblich.

Das Arbeiten mit Ebenen wird durch das neue Tool „Local Masking“ ersetzt. Dieses erlaubt es, Änderungen nur auf Teilbereiche eines Fotos anzuwenden und zwar auch mehrfach mit dem gleichen Werkzeug. Welche Werkzeuge eine lokale Anwendung ermöglichen wird in der finalen Version zu sehen sein.
Den Verlaufsfilter kann man schon jetzt recht leicht mit dem neuen Tool umsetzen.

Verlaufsfilter mit Local Masking

Verlaufsfilter mit Local Masking

 

Letztlich lassen sich mit den lokalen Masken die gleichen Effekte wie mit Ebenen erzielen, nur ist der Arbeitsablauf anders als in Luminar 4.

Fazit

Um zur Überschrift zurückzukommen…eine Revolution ist es derzeit noch nicht. Die Ansätze,der aus den Vorgängerversionen bekannten AI werden konsequent weiterentwickelt und leisten besonders im Bereich Portraits wirklich gute Arbeit. Die Tools Atmosphäre AI und die Templates sind ein sehr interessanter Ansatz und lassen erahnen, was vielleicht schon die zweite Beta Version von Luminar AI bringen wird.

Ärgerlich finde ich jedoch die Tatsache, dass man einen Katalog von Luminar 4 nicht importieren kann. Skylum begründet dies damit, das Luminar AI eine völlig neu entwickelte Software sei. Auch dies wird bereits von mir und anderen Kollegen bemängelt und auch an den Support weitergebeben. Was sich jedoch drastisch verbessert hat ist die Performance. Sowohl das Einlesen neuer Ordner oder die Bearbeitung von Fotos an sich ist viel schneller als noch in Luminar 4.

Wer noch keine Bildbearbeitungssoftware hat und eine günstige Variante sucht, der ist mit Luminar AI sicher gut beraten. Doch was machen die Nutzer, die bisher auf Luminar 4 gesetzt haben? Man muss abwägen, ob man die erweiterten Funtkionen im Bereich der AI benötigt oder nicht. Auch im Luminar 4 gibt es bereits Vorlagen und diese werden kostenlos mitgeliefert. Die Unterstützung für Luminar 4 wird laut Skylum 12 Monate nach Erscheinen von Lumianr AI durch kostenlose Updates weiterlaufen.

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